Mammakarzinom
Mit mehr als 400 000 Fällen in der Europäischen Union und rund 70.000 Neuerkrankungen pro Jahr in
Deutschland ist das Mammakarzinom die häufigste Krebserkrankung bei Frauen.1,2 Laut dem vom
Robert-Koch-Institut publizierten Bericht „Krebs in Deutschland“ erhält jede achte Frau im Laufe ihres
Lebens die Diagnose Brustkrebs. 35 von 1000 Frauen sterben an der Erkrankung.1 Das mittlere
Erkrankungsalter für Brustkrebs liegt mit ca. 65 Jahren einige Jahre unter dem Durchschnitt aller
Krebserkrankungen.1 Bei Frauen mit einem frühen Mammakarzinom liegt die
5-Jahres-Überlebenswahrscheinlichkeit in Europa bei ca. 96 %. Im metastasierten Stadium sinkt sie jedoch
auf unter 31%.2
TNBC
Das triple-negative Mammakarzinom (Triple-Negative Breast Cancer, TNBC) macht etwa 15 % aller Brustkrebserkrankungen aus und wird insbesondere bei jungen und prämenopausalen Frauen diagnostiziert.3-5 TNBC gilt als besonders aggressiv, etwa 40 % der Patientinnen* entwickeln nach der Erstbehandlung Metastasen (metastastic TNBC, mTNBC).6 Die Überlebenschancen beim TNBC sind niedrig, insbesondere im metastasierten Zustand.4 Diese schlechte Prognose ist unter anderem darauf zurückzuführen, dass zielgerichtete Therapien, welche z. B. gegen andere Brustkrebsarten helfen, beim TNBC wirkungslos sind.4,5 TNBC und mTNBC sind zwar sensibel gegenüber einer Chemotherapie, neigen jedoch auch zu Resistenzen.3,7 Im Vergleich zu anderen Brustkrebsarten tritt beim TNBC/mTNBC etwa doppelt so schnell ein Rezidiv auf.8 Das Antikörper-Wirkstoff-Konjugat (ADC) Trodelvy (Sacituzumab govitecan) zeigte in der zulassungsrelevanten ASCENT-Studie für Patientinnen mit mTNBC überzeugende Ergebnisse.9 Mit der Zulassung von Trodelvy stellt Gilead das erste ADC zur zielgerichteten Behandlung von Patientinnen mit mTNBC zur Verfügung.10 Hier ist Trodelvy als Monotherapie zur Behandlung von erwachsenen Patientinnen mit nicht resezierbarem oder metastasiertem triple-negativem Mammakarzinom (metastatic Triple-Negative Breast Cancer, mTNBC) indiziert, die zuvor zwei oder mehr systemische Therapien erhalten haben, darunter mindestens eine gegen die fortgeschrittene Erkrankung.10
HR+/HER2– mBC
Mit 69 % ist das hormonrezeptor-positive (HR+), HER2-negative (HER2–) Mammakarzinom der mit Abstand häufigste Mammakarzinom-Subtyp.11 Das mittlere Erkrankungsalter liegt bei Patientinnen mit metastasiertem HR+/HER2– Mammakarzinom bei etwa 66 Jahren11, und die 5-Jahres-Überlebensrate beträgt 34 %.11
Durch die Überexpression der Hormonrezeptoren bei diesem Subtyp können Östrogen und Progesteron das Tumorwachstum und die Proliferation fördern. Daher wird in der Regel als Standardbehandlung bei Patientinnen mit HR+/HER2– mBC eine endokrine Therapie eingesetzt, ggf. kombiniert mit einer zielgerichteten Therapie.13,14 Derzeit sind CDK4/6-Inhibitoren in Kombination mit einer endokrinen Therapie die bevorzugte Art der palliativen Therapie in der Erstbehandlung.12-14
Beim Progress unter einer endokrinen Therapie ist die Behandlung beim HR+/HER2– mBC allerdings herausfordernd und der Therapieerfolg limitiert.1,16,17 Die Behandlungsoptionen beschränken sich weitgehend auf verschieden Monochemotherapieregime.2,15 Das mediane Gesamtüberleben unter Chemotherapie nach endokriner Therapie liegt allerdings bei nur etwa 1 Jahr und nimmt mit jedem weiteren Chemotherapieregime ab.16 Nach Progress unter endokriner Therapie benötigen Patientinnen mit HR+/HER2– mBC daher alternative Therapieoptionen, die das Überleben verlängern und die Lebensqualität erhalten.15
Mit dem Antikörper-Wirkstoff-Konjugat (ADC) Trodelvy (Sacituzumab govitecan) steht für Patientinnen mit einem HR+/HER2- mBC eine vielversprechende Therapieoption für vorbehandelte Patientinnen zur Verfügung.10 Basis der Zulassungserweiterung waren die positiven Daten der TROPiCS-02-Studie.17 Damit ist Trodelvy auch als Monotherapie zur Behandlung von erwachsenen Patientinnen mit nicht resezierbarem oder metastasiertem Hormonrezeptor (HR)-positivem, HER2-negativem Mammakarzinom indiziert, die eine Endokrin-basierte Therapie und mindestens zwei zusätzliche systemische Therapien bei fortgeschrittener Erkrankung erhalten haben.10